Das Dorf Staudach liegt auf einer östlichen, langgezogenen Anhöhe des Abenstales. Bereits im 12. Jh. taucht Staudach erstmals in den Traditionsnotizen des Benediktinerinnenklosters Geisenfeld auf. Der Ortsname leitet sich ab von "Ansiedlung bei dem Gestaude" also "den Stauden". Die  Erstnennung ist mit "Studeahe" überliefert. Während  der „Regierungszeit“ der Äbtissin Frideruna, Gräfin zu Hohenburg ( + 1120), schenkte der „Wolftriegel von Staudach“ dem Kloster das Gut Umbelsdorf auf Bitten Altmanns von Siegenburg, als Ersatz für den Schaden, welchen dieser dem Kloster durch Raub und Brand zugefügt hatte. Aus dem 14. Jh. ist überliefert, dass aus den Erträgen des „Staudacher Hofes“ ein Teil des Unterhaltes eines der ersten Seelsorger von Siegenburg bestritten wurde. Allerdings gehörte damals die ehedem eigenständige Einöde, bzw. danach, der Weiler Staudach, genauso wie Siegenburg selbst bis 1869 zum Sprengel der Pfarrei St. Ulrich in Niederumelsdorf. Ab 1869 dann ist Staudach der Pfarrei St. Nikolaus, Siegenburg zugehörig. Das ca. 70 Einwohner-Dorf ist politisch zu einem Ortsteil von Siegenburg geworden. Es war von 1818 bis 1946 Sitz einer selbständigen Gemeinde. Diese bestand aus den Orten „Staudach“, „Neukirchen“, dem „alten“ Teil von „St. Johann“, der „Daßfeld-Mühle“ und dem Dorf „Mallmersdorf“. Nur „Staudach“ selbst und „Daßfeld-Mühle“ wurden dem Markt Siegenburg eingegliedert, die übrigen, ehemaligen Teile ergänzen heute die angrenzende Gemeinde Train. Staudach hatte zwischen 1818 und 1946 auch immer einen eigenen Bürgermeister. Der Ort war von Anfang an landwirtschaftlich geprägt. In jüngster Zeit sind ein paar Wohnanwesen hinzugekommen, kleinere Landwirtschaften stellten den Betrieb ein oder um, z. B. auf reinen Spargelanbau. Die Flurneuordnungsmaßnahmen wurden hier von 1977 – 1997 durchgeführt. Ab 1991 kamen weitere Infrastrukturmaßnahmen, wie Kanalisation, Erdkabel, Straßenbeleuchtung und Straßenbaumaßnahmen hinzu. 1996 konnte der Bau einer Ortskapelle, eine Eigeninitiative der Dorfgemeinschaft, abgeschlossen werden. Sie ist dem Hl. Franziskus geweiht. Die Weihehandlung vollzog der damals amtierende Weihbischof Vincenz Guggenberger zusammen mit dem Ortspfarrer Josef Höning. Die zentrale Steinplastik des Heiligen an der Westwand schuf Hans Wurmer (+), die farbenfrohen Glasfenster Frau Marlene Reidel aus Gangkofen; beide regional anerkannte freischaffende Künstler. Der Ort bewarb sich beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft". 1996 belegte Staudach im Wettbewerb Platz 1 und damit  Kreissieger, 1997 erreichte man auf Bezirksebene mit einem 3. Platz, eine Bronzemedaille.

Außenansicht der Kapelle

Der Innenraum der Kapelle

 

Seit 1996 wird alljährlich am 3. Oktober bei den „Staudachern“ das Patrozinium mit Festgottesdienst und anschließendem Kapellen-, besser gesagt, Franziskusfest gefeiert. Dabei sind alle Staudacher, Groß und Klein auf den Beinen. Bei der allgemeinen Organisation, dem Aufbau des Zeltes, den Begleitdiensten während des Gottesdienstes, dem Kuchenbacken, dem Kochen, Spülen, Servieren hilft jeder mit, wo er nur kann. Eine wahre Dorfgemeinschaft. Auch ehemalige Staudacher kommen gerne zum Festtag auf Besuch in ihre frühere Heimat.

Wichtigster Punkt der Speisekarte: Das traditionelle Rehragout. Auch der Landrat (derzeit Martin Neumeyer) mit Frau ist jährlich gerne mit dabei. Der Erlös des Festes wird angespart zum Zweck der Instandhaltung der Kapelle, außen wie innen. Nachfolgend ein paar Eindrücke vom „Staudacher Dorffest“:

Ein weiteres Highlight im Jahr ist das, ebenfalls alljährlich stattfindende „Maibaum-Aufstellen“ am 30. April / 1.Mai. Von Zeit zu Zeit müssen die Zunftschilder des Baumes wieder renoviert werden. Der Baum wird lange schon vor dem Aufrichten immer gut versteckt und auch bewacht. Nach getaner Arbeit ist stets ein gemütliches Beisammensein angesagt, an dem die ganze Dorfgemeinschaft teilnimmt.

(Aktualisiert und ergänzt: H. Ertlmeier, Archivpfleger)