Niederumelsdorf ist in urkundlicher Erwähnung erstmals im Jahre 874 zu finden unter "Umpalasdorf" (Dorf des Umbala - Koseform des Humbald, des wie ein Hüne Tapferen - oder dem von Humbert, des wie ein Hüne Glänzenden; nach Pollinger).

Hartwich, einer der 32 Söhne des "Babo von Abensberg", baute sich hier eine Burg. Sie ist nicht mehr erhalten und soll (nach Hopf) ursprünglich "Meilenhofen" geheissen haben. Er war von 1009 bis 1027 unter Alberich Vogt des Klosters Weltenburg. Diese Vogtei blieb bei den Herren von Umelsdorf über 100 Jahre.

Es werden genannt in den Jahren 1040 Rupert, 1045 Englmar, 1062 wieder ein Rupert, Sohn des Englmar, und 1103 Grimold von Umelsdorf. Sein Sohn nannte sich Gottfried von Arnshofen. Um 1090 war Altmann von Umelsdorf und Siegenburg Schirmvogt von Münchsmünster. Der Klostervogt wurde jeweils vom Abt selbst oder zumindest mit Zustimmung desselben ernannt. Vielfach behielten die Stifter des Klosters das Vogtrecht für sich, das dann in der Familie erblich war. Es konnte auch in einer Familie erblich werden, wenn sie sich hohe Verdienste um das Stift erworben hatte.

Der Vogt übte im Namen des Abtes die mit der Immunität des Klosters verbundenen Rechte aus. Sie betrafen vor allem die Gerichtsbarkeit über die Stiftungsgrundholden, Erhebung von Abgaben, Bestimmung und Überwachung der öffentlichen Frondienste. Für diese Amtstätigkeiten bezog der Vogt ein Drittel der Strafgelder und dazu Geld- und Naturalleistungen verschiedener Art. Für das Kloster war er eine wichtige Persönlichkeit, die ihm großen Nutzen verschaffen konnte. Nicht selten aber mißbrauchte er seine Macht und Rechte, wurde zu einem schändlichen Berdücker des Klosters, das alles aufbot, um von solcher Tyrannei befreit werden. 1162 schenkte Babo von Umelsdorf dem Kloster Weltenburg 22 Leibeigene.

Die Pfarrkirche des Dorfes, dem Hl. Ulrich geweiht, hat eine spätgotische Anlage, wurde aber in der Barockzeit zeitgemäß umgeändert und im 19. Jahrhundert dem Kirchturm ein neuer Helm aufgesetzt. 1898 hat man die ganze Kirche restauriert.

     

In der Zeit der Säkularisation mußte die Kirche "Zu Ehren der Heiligen Johannes Baptist und Evangelist" in Oberumelsdorf niedergelegt werden, desgleichen die Leodegarkapelle, die in der Wiese nördlich von der Pfarrkirche stand.

Der erste Pfarrherr in Niederumelsdorf wird im Jahre 1225 erwähnt. Von 1359 bis 1382 war die Pfarrei dem Kloster Biburg inkorporiert. 1592 erhielten die Jesuiten und 1786 die Malteser das Präsentationsrecht über die Pfarrei. Neben der Kirche wurde 1861 das erste Schulhaus erbaut und dazu 1897 neue Schulsäle errichtet. Ein neues Schulhaus, das nach Kronprinz Luitpold von Bayern benannt wurde, erstellten die Umelsdorfer im Jahre 1907.