Das Dorf Staudach liegt auf der rechten Höhe des Abenstales. Unter der Äbtissin des Klosters Geisenfeld, Gräfin Frideruna von Hohenburg, gest. 1120, schenkte der Ministeriale Wolftriegel von Staudach dem Kloster das Gut Umbelsdorf auf Bitten Altmanns von Siegenburg als Ersatz für den Schaden, welchen dieser dem Kloster Geisenfeld durch Raub und Brand zugefügt hatte.
Staudach, ein Ortsteil von Siegenburg, war bis 1946 eine selbständige Gemeinde mit eigenem Bürgermeister. Der Ort war früher landwirtschaftlich geprägt, was sich im Laufe der Jahre auch hier änderte. Im Zuge der Flurbereinigungs- und Dorferneuerungsmaßnahmen wurde der Ort in den letzten 15 Jahren für seine 70 Einwohner zu einem wirklich wohnwerten Schmuckkästchen. 1991 wurde der Kanal gebaut und der Strom und das Kabelfernsehen in die Erde verlegt, bevor die Straße neu geteert wurde.
Der Ort bewarb sich auch beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft". 1996 wurde Staudach bei diesem Wettbewerb 1. Kreissieger und 1997 erreichte man auf Bezirksebene den 3. Platz, die Bronzemedaille.
1996 wurde von der Dorfgemeinschaft in Eigeninitiative eine wunderschöne Franziskuskapelle gebaut. Der Innenraum der Kapelle wurde von zwei bekannten Künstlern, Frau Marlene Reidl aus Ganghofen und Herrn Hans Wurmer aus Hausen, gestaltet.
alljährlich feiern die Staudacher nun am 3. Oktober ihr Patrozinium, den Hl. Franziskus, im Kapellenfest.

Das Kapellenfest 2010

In Vertretung für Pfarrer Martin Nissel zelebrierte Pater Sergji aus Indien den Gottesdienst

Zur musikalischen Umrahmung spielte Franz Buchner am Keyboard
Wenn alle zusammen helfen, wird’s ein schönes Fest.
So war es auch in Staudach. Sogar das Wetter hat mitgeholfen und Sonnenschein geschickt.
Auch die ehemaligen Staudacher sind wieder gekommen, um mitzuhelfen.

So ist Rosi Kirzinger im Staudacher Kapellenfest immer dabei. „Zur Unterstützung, weil ich das gerne mach“, bestätigt sie. Marianne Ainzinger würde sogar etwas fehlen, wenn sie in ihrer ehemaligen Heimat nicht dabei sein könnte.

Heuer hatte sogar ein Austauschschüler aus Kanada mitgearbeitet. Tory ist bei Familie Püscher untergebracht und für ihn war es eine Selbstverständlichkeit auch im Fest dabei zu sein. Tory richtete die Salate an. „Das macht Spaß, da helf ich gern“, lacht der Kanadier. Derartige Feste kennt er in Kanada nicht: „Das ist sehr deutsch“, bestätigt Tory.
Gerda Fertl zählt beim Staudacher Kapellenfest keine Stunden. „Niemand zählt hier Stunden“ betont die Staudacherin. Am Mittwoch wird das Zelt aufgebaut, dann wird Kuchen gebacken und gekocht, im Fest selber der meiste Einsatz gebracht und dann auch wieder gemeinsam ab- und aufgeräumt. „Die Meier Anna ist unsere Aktivste“, versicherte das „Küchenpersonal“

Maria Förch ist für das Rehragout in der Küche verantwortlich. „Schaun, dass ned anbrennt oder kalt wird“, erklärt sie ihr aufgabengebiet.

Aber auch für die Jugend ist es eine Selbstverständlichkeit, dass mitgeholfen wird.
Heuer freuten sich die Mitarbeiter besonders, denn sie vermuten, dass sie so viele Besucher wie noch nie hatten. Der ganze Vorplatz bis zum Zelt war voll.
Vorstand Sepp Steinbeck lobte besonders Pater Sergji, für die schöne Predigt.

Der Erlös des Festes wird zum Erhalt und Renovierung der Kapelle genutzt.