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Daßfeldmühle

 

    

"Daßfeld: Eingetauscht im Jahre 905 vom Regensburger Bischof Tuto, war eine Bannmühle und gehörte später zum Schergenamt Ebenhausen in der Pfarrei Hornbach“. So beschreibt Fritz Schmid in seinem Buch „Markt Siegenburg, Vergangenheit und Gegenwart“ eine der ehemaligen Mühlen in Siegenburg. 

Aus der Daßfeldmühle ist ein Sägewerk geworden. Gerne zeigt der Besitzer des Anwesens Michael Schneider die in Ehren gehaltenen Überreste der alten Mühle. Neben Fotos sind noch Walzenstühle und die alte Turbine zu finden. 

Onkel Josef (81) kann sich noch gut an den Betrieb der Mühle erinnern. Zu seinen Kindertagen gab es am Anwesen Landwirtschaft, Mühle und das Sägewerk. 

Der ursprüngliche Besitzer war Anton Sieber. Ein Gedenkstein am Hof erinnert noch daran. Josef’s Großvater Schneider heiratete eine der beiden Sieber-Töchter, daher die Namensänderung am Anwesen. 

Ursprünglich gab es zwei Wasserräder. Eines für die Mühle, das andere für das Sägewerk. 1920 kamen die Wasserräder weg und es wurde eine Francisturbine angeschafft. Diese reichte für beides und die Mühle konnte Tag und Nacht laufen. Zusätzlich wurde ein Gleichstromgenerator gekauft. Der Mühlbursch, der in der Mühlstube untergebracht wurde, konnte alles überwachen. 

Einen zweiten Vorteil weiß Michael Schneider noch: „Wir hatten einen Kompressor mit Ammoniak gekauft und hatten damit den ersten Kühlschrank in ganz Siegenburg.“ Die Metzger brachten im Sommer das Fleisch in die zwei mal zwei Meter große Kühlung.

 

    

Im Sägewerk wurde 1925 das erste Vollgatter angeschafft. Dann konnten zehn Blätter eingespannt und entsprechend viele Holzbretter geschnitten werden. 

Bis 1959 arbeitete Josef Schneider zusammen mit seinem Bruder Michael im elterlichen Anwesen. Josef als Müller, Michael im Sägewerk. „1958 bis 1960 kam das große Mühlensterben“, erinnert sich Josef, dann zog er nach München, der Bruder erweiterte das Sägewerk und übergab es später an Sohn Michael. „Die Zeit davor hatten die Bauern viele Dienstboten, da wurde entsprechend Mehl gebraucht“, wissen Onkel und Neffe. Die Dienstboten wurden immer weniger, die Großmühlen waren im Kommen. 1972 wurde im Daßfeld das letzte Mal gemahlen, gleichzeitig auch die Landwirtschaft aufgegeben.

Die Turbine allerdings erneuerte Michael Schneider und erzeugt noch heute Strom damit. Nur reicht dieser für den Sägewerkbetrieb nicht aus.

Derzeit ist Hauptsaison im Sägewerk. Im Winter wird Holz für Leistenfabriken, zur Möbelherstellung und für Fenster geschnitten.

Onkel Josef hat mittlerweile sein Elternhaus zum Feriendomizil umgebaut und besucht gerne noch Siegenburger Freunde.

 

  
Mühlenbann, Mühlenzwang
Friedrich Barbarossa erließ das Gesetz 1158. Es sicherte den Grundherren das alleinige Recht zum Bau und Betreiben einer Mühle zu. Der Mühlenzwang verpflichtete alle Untertanen eines Grundherrn, ihr Getreide ausschließlich dort (in der Kameralmühle oder Bannmühle) mahlen zu lassen und sicherte somit dem Müller über Jahrhunderte gleich bleibende Einkünfte. Verstöße gegen das Bannrecht wurden mit Strafen belegt. Damit wurde ein Wettbewerb zwischen den Mühlen verhindert und durch den künstlich erhöhten Mahllohn konnten zusätzliche Einnahmen erzielt werden. Davon hatten allerdings viele Mühlenpächter nur wenig, da die Pachtzahlungen an den Eigentümer häufig sehr hoch waren. (Quelle: Wikipedia)

 
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